Start Über uns Friedrich Hölderlin

Friedrich Hölderlin

Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
Dass er kräftig genährt danken für alles lern
Und verstehe die Freiheit
Aufzubrechen, wohin er will.


Wer war der Mensch, der diese Zeilen schrieb
und unserer Schule den Namen gab?


Friedrich Hölderlin wird am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar im Herzogtum Württemberg geboren und stirbt am 7. Juni 1843 in Tübingen.

Damit ist er jüngerer Zeitgenosse von Goethe und Schiller und ungefähr gleich alt wie die Philosophen Schelling und Hegel, die, zeitweise mit ihm zusammen, eine ähnliche Ausbildung durchlaufen wie er. Als junger Mann erlebt er aus der Distanz die Französische Revolution mit, für deren Ziele er sich zunächst begeistert, sowie die folgende Eroberung Deutschlands durch die französischen Revolutionstruppen.

Seine Schulbildung ist streng mit dem Ziel: Grundlage zu sein für ein Theologiestudium. In Tübingen studiert er von 1788 bis 1793 Philosophie und Theologie. Das Amt eines Pfarrers wird er aber nie übernehmen. Seit er 14 Jahre alt ist, schreibt er Gedichte, zumeist Oden in antiker Form und freirhythmische Hymnen, sie behandeln religiöse und philosophische Themen, zeichnen Natur- und Stimmungsbilder und beschwören seine Freundschaften. Mit der Revolution in Frankreich kommen politische Themen hinzu. Im Alter von 22 Jahren beginnt er einen Briefroman, den „Hyperion“, der 1793 in einer ersten Fassung erscheint. Sein Vorhaben, von der Dichtung zu leben, misslingt. Anstellungen als Hauslehrer bleiben unbefriedigend. Nach einem starken Schub dichterischer Produktion im Jahre 1800 bricht er 1801 zusammen und zieht sich körperlich und seelisch erschöpft in sein Elternhaus nach Schwaben zurück. Er arbeitet, übersetzt die Dramen des Sophokles und schreibt an eigenen Werken, den späten Hymnen. In Württemberg wird Hölderlin mit angeblichen Umsturzplänen eines Freundes in Verbindung gebracht. Er reagiert bestürzt: „Ich will kein Jakobiner sein!“, und zeigt eine „Verwirrung seines Gemüts“.

Goethe und Schiller haben sich von Hölderlin distanziert, aber die Romantiker Friedrich Schlegel, Ludwig Tieck und Clemens Brentano sind fortan „die größten Bewunderer Hölderlins“ und zählen ihn unter die „ersten Dichter Deutschlands“. Der verbringt ab 1807 die fast 37 Jahre bis zu seinem Tode im Haushalt eines Tübinger Schreinermeisters in einem Turmzimmer am Neckar in geistiger Dämmerung, spielt Flöte und Klavier, gibt sich Besuchern gegenüber andere Namen und schreibt Verse.  Nie mehr aber erreichen sie die Formstrenge, sprachliche Strahlkraft und gedankliche Tiefe seiner früheren Gedichte.

Diese jedoch, seine Werke aus der Zeit vor 1806, haben Bestand. Fast jede nachfolgende Generation entdeckt sie neu. Es sind vor allem die Dichter, die in Hölderlin das erkennen, was er eigentlich war: einer der ihren, einer der „ersten Dichter Deutschlands“, ein Mensch, der es gewagt hat, „aufzubrechen, wohin er will“.

W. H.

 

Grundschule

Anmeldung der 5er für das Schuljahr 2012/2013

13. Februar bis zum 02. März 2012

  • 8 Uhr bis 13 Uhr im Sekretariat
  • Nachmittagstermine nach tel. Absprache (0221/3558865-0)